Biographie


Hermann Pedit   
 

geboren 1933 in Lienz 

Brennerleweg 1
9900 Lienz

  


Daten


Einzelausstellungen


 
Die Kindheit Hermann Pedits wird geprägt von der Opposition seines Vaters zur 
Er ist ein engagierter Ministrant und gewinnt aber eine nicht unbeträchtliche Nazi-Herrschaft.

Als Regimegegner und ehemaliger Heimwehrführer verbringt er mehrere Jahre im Gefängnis. Da auch seine Mutter als Folge der Sippenhaftung, wenn auch weniger lange, inhaftiert war, wächst er teilweise bei seiner Großmutter auf und erfährt von Lehrern und Mitschülern sehr früh, was soziale Ausgrenzung bedeutet. Eine Erfahrung, die sein Leben und seine Ansichten bis heute beeinflussen wird.

Distanz zum Katholizismus durch das genaue Lesen der heiligen Schriften und der Philosophie der klassischen griechischen Philosophen und der Aufklärung, tritt aber nicht aus der Kirche aus.

1950 schließt er die Kunstschlosserlehre im väterlichen Betrieb ab und besucht 1950/51 die Mal- und Zeichenschule Kirchmayr in Innsbruck. Anschließend arbeitet er von 1951 bis 1954 als Metallbildhauer in Wien (bei Fa. Sedlacek) und Zürich (bei Fa. Pracha und Pfiel). Die Meisterprüfung legt er 21jährig im März 1955 ab.

Von 1954 bis 1955 studiert er bei Sergius Pauser und von 1955 bis 1959 bei Fritz Wotruba an der Akademie der Bildenden Künste in Wien. 1958 erhält er den Fritz-Wotruba- Preis; er diplomiert im Juni 1959. Ebenfalls 1959 stellt Hermann Pedit (Malerei) mit Alfred Cerny (Skulptur) im gesamten Wiener Künstlerhaus aus und gründet zusammen mit Tilo Baumgartner und Heimo Schrittwieser die Galerie Synthese Am Graben.

Seine Frau Elisabeth heiratet er 1956. Aus der Ehe entstammen die Kinder Gaudens (*1959), Hemma (*1962) und Veit (*1965).

1960 kehrt Hermann Pedit nach Lienz zurück und übernimmt den Familienbetrieb. Er setzt sich zusammen mit Leo Ganzer und Franz Walchegger für die Gründung einer Städtischen Galerie ein, die 1963 vom damaligen Lienzer Kulturreferenten Mag. Paul Unterweger ins Leben gerufen wurde.

In den 60er und 70er Jahren baut Hermann Pedit den Handwerksbetrieb seines Vaters zu einem erfolgreichen Unternehmen aus, das Schmiedeeisengeschenksartikel und -zierelemente sowie Emailfassadenelemente herstellt und bis zu 140 Mitarbeiter beschäftigt. Gleichzeitig entwickelt er seine Malerei weiter, es entstehen vorwiegend Landschaftsbilder, die eine sehr unabhängige, individuelle Stilentwicklung erkennen lassen.

1986 übernimmt Pedits Sohn Gaudens den Familenbetrieb und Hermann Pedit konzentriert sich wieder auf die Malerei. Er entwickelt eine seinen künstlerischen Zielen genügende Technik, die von der Renaissancemalerei abgeleitet ist: Auf einer spontanen Eitempera Untermalung arbeitet er in einer komplexen Öl-/Harz-/Lack-/Lasurtechnik. Die Bilder der 2. Hälfte der 80er Jahre erlangen eine hohe ästhetische Qualität, die nach dem Bau seines Sommerateliers 1992, in größeren Bildformaten eine Pedits Persönlichkeit entsprechende Befreiung erfahren.

In den Jahren 1997 bis 2000 schafft er den Bildzyklus „Nacht der Seele“, der sich mit der Balkankrise auseinandersetzt. Anlass sind die emotionale Beziehung zur oft besuchten Region und deren Bewohnern, sowie Erinnerungen an seine Kindheit in den Jahren 1938 – 45. In den folgenden Jahren nimmt sich Hermann Pedit, mitausgelöst durch die mit „Nacht der Seele“ verbundende Wiederbeschäftigng mit der Figuration, mehr thematische Freiheit und schafft ein vitales Alterswerk. Teile davon wurden 2007 im Museo Palacio Los Serrano, Àvila, Spanien und im Museum Stift Stams, Tirol sowie 2008 von der Stadt Lienz anlässlich seines 75. Geburtstags gezeigt.

Am 20. Juli 2011 eröffnet die Galerie Gaudens Pedit im Gartenatelier des Künstlers eine permanente Ausstellung, die einen Überblick der verschiedenen Schaffensperioden und Themen des Malers Hermann Pedit gibt.